Karl Marx, Arbeit, und die DDR


Als Deutschland noch zweigeteilt war, war das Sozialsystem in Deutschland besser als es heute ist. Man musste schließlich mindestens ebenso gut versorgt sein, wie die Bürger im Osten, in der Deutschen Demokratischen Republik. Als dann die Mauer fiel, gab es keinen Grund mehr Geld in Sozialleistungen zu investieren und der Kapitalismus wurde hemmungslos. Als die Mauer fiel begann der Umbau Westeuropas zur EudSSR. Und deshalb durfte die Mauer auch überhaupt erst fallen. Kohl musste zusichern, dass nach der Wiederzusammenlegung der deutschen Besatzungszonen zu einer Verwaltungseinheit sich von der D-Mark getrennt wird und Platz in die EUdSSR genommen wird.

Vollbeschäftigung in der DDR

In der DDR gab es immer Vollbeschäftigung, Arbeitslose durfte es nicht geben, also gab es eben keine Arbeitslosigkeit. Das war in erster Linie wohl einem effektiven Arbeitszwang geschuldet „Arbeitszwang“ geht es ja weniger um die Arbeit (sprich: um die Produktivität des Einzelnen), als vielmehr um den Zwang. Den SED-Genossen die Produktivität der einzelnen Arbeitsplätze ja relativ egal, und nicht das, worauf es ihnen ankam. Wenn sie z.B. Säuferkalle, der seit 2 Wochen nicht mehr auf der „Arbeit“ erschienen ist, von daheim mit der Polizei abgeholt und zu seinem Pförtnerkabuffchen gefahren haben. Wo der dann in Ruhe weiter saufen konnte. Auf seinem 0-Produktivität-„Arbeitsplatz“. Wer diesen Zwang bestreitet, der erkläre doch bitte mal, wieso eigentlich alle kommunistischen Gesellschaftsexperimente zufälligerweise in immer genau dem selben roten Autokratie-Diktatursystem und Gulag- und Massenmordsysten gemündet haben, egal ob in Rußland, China, Kuba, Afrika oder Ostdeutschland. Wobei, das Gulagsystem in Russland ging auf das Zarenreich zurück und wurde unter den Sowjets modernisiert. Soll keine Relativierung sein, Gulags sind nicht gut. Aber die Idee ist älter und war brutaler. Kuba galt lange Zeit im Westen als perfektes Strafsystem. Irgendwie lustig, oder? Auch in der BRD gibt es Gefängnisse. Schonmal drüber nachgedacht? Es gab ein strenges Strafsystem, das zu verurteilen ist. aber das auch nur in einigen Ländern. Das ist keine Eigenart des Sozialismus, sondern größtenteils dem Zeitgeist geschuldet. Übrigens spricht Marx in keinem einznigen Wort von solchen Zwangssystemen. Wie ich schon sagte, hier wird Realsozialismus mit Kommunismus verwechselt.

Marx zum Kommunismus: Freie Produzenten

Marx spricht tatsächlich vom Kommunismus als System freier Produzenten – und nicht als System eines Faulenzerparadieses, wo jeder noch so nichtsnutzige Affe Recht auf Banane hat. Marx braucht keine Zwangssysteme, weil er davon ausgeht, dass der Mensch plötzlich zur Vernunft kommt und alle total kooperativ miteinander leben. Man braucht für das System also einen neuen Menschen. Sowas ist immer problematisch.
Allerdings: Wenn es einen neuen Menschen gibt, dann heißt das auch, dass ein kommunistisches System überflüssig ist. Man braucht dann überhaupt kein System mehr, alle handeln ja sowieso fair. Die Voraussetzung für den Kommunismus macht den Kommunismus überflüssig.

Der Staat schafft sich nicht ab

Der Staat ist im Kommunismus nicht mehr notwendig, weil er sich vorher selber abschafft, wird gerne behauptet. Leicht gesagt. Real schafft sich aber KEIN Staat selber ab, sondern im Gegenteil: Versucht sich und sein Machtsystem immer weiter zu vergrößern und/oder zu vertiefen. Gerade aktuell auch von unseren roten Genossen wieder anschaulich zu erleben:

Die (wieder) am liebsten jedes gesprochene Wort zu kontrollieren versuchen. Und den Staat immer weiter und größer aufzublähen versuchen. Ironischerweise ist gerade von den Roten und den (unproduktiven) Linksgrünen keine Abschaffung des Staates zu erwarten, sondern vielmehr immer nur ein Aufblähen und Ausweiten des Staates. Weil diese ganzen Geschwätzes“wissenschaften“absolventen ja ohne den Staat überflüssig wie ein Kropf wären und gerade diejenigen sind, die am meisten Staat brauchen und auf Staat angewiesen sind. Da privatwirtschaftliche, produktive Karrieremöglichkeiten für die kaum existieren. Und für die nur im Staatswesen Karriere und Kohle zu machen ist. Was sich auch nicht ändern wird:

Linksintellektuelle und linke Geisteswissenschaftler brauchen den Staat

Denn wie und womit und wodurch sollen diese ganzen Linksschwätzer und Berufs-Anti-Irgendwas-Kämpfer denn irgendwann mal zu Marxens „freien Produzenten“ werden???

Die werden nie irgendwas substanzielles produzieren und das mit ihren Geschwätzesstudiengängen auch niemals können. Und ergo deshalb immer auf ein Staatssystem angewiesen sein, in dem sie ihre Steuergelder verfressende Existenz sichern können. Die sind ja eine Art „säkuläre Priesterkaste“ – und zeige mir mal die Priesterschaft, die ihre eigene Religion und eigenes Priesterwesen abschafft. Die wird nicht zu finden sein. Und deshalb wird sich auch niemals ein realsozialistischer und protokommunistisch gewidmeter Staat selbst auflösen. Weil dessen Führer und Betreiber vollkommen nutzlos und überflüssig und lebensunfähig wären, ohne diesen.

Die Menschen leben schon immer „miteinander“. Genauso wie Menschen auch immer „gegeneinander“ leben werden. Zum Beispiel wenn du und der Korbinian auf die gleiche Emma scharf sind und die zur Frau und Mutter ihrer Kinder machen wollen. Diese Konkurrenz wird es IMMER geben. Jedenfalls so lange, wie die Menschen keine vollkommen gleiche, voneinander ununterscheidbaren Wesen sind – wo es vollkommen egal ist, ob Inge oder ob Emma deine Partnerin wird.

Das passierte auch nicht, wenn du einmal, zweimal, dreimal im Jahr einen Tag blau gemacht hast.Sondern wenn du wochenlang nicht mehr auf deiner Arbeitsstelle erschienen bist, ohne dich irgendwie abzumelden und ohne eine neue Stelle zu haben. Und dich dementsprechend des „Asozialismus“ verdächtig gemacht hast. Oder wenn du nach einer Kündigung oder nach dem Studium keinerlei Anstalten gemacht hättest, dir einen (neuen) Arbeitsplatz zu suchen. Oder jeden Stellenvorschlag abzulehnen. Jahrelang konnte man da jedenfalls nicht „auf Arbeitssuche“ sein und bleiben. Hatte selbst Verwandte drüben. War schon interessant, mit dem Autowagen über die Grenze und die Transitstrecke zu fahren. Das mit der „Arbeit“ und von Vopos abgeholt werden ist aber Blödsinn. Wenn wir zu Besuch waren, wurde halt gebechert und nicht gearbeitet, nix abholen. Die wurden normalerweise von ihrem Brigadier zur Arbeit geholt, bzw. im Sammeltransport. Es gab in jedem Betrieb mindestens eine sogenannte Besondere Brigade. Diese bestand in erster Linie aus Knastis, Bewährungsprobanden und eben Assis. Wer den Assiparagraph hatte, war eben immer mal wieder Mode. So einfach war das.

Karriere vom Staat vorgegeben

Der Staat hat dir nach der Ausbildung oder nach einer Kündigung eine Reihe von Stellenangeboten vorgeschlagen und wenn du nach einem Jahr oder so dir noch immer für keine davon gut genug warst, dann gab’s dann irgendwann mal einen Brief mit einer ganz verbindlichen Arbeitsstelle. Zu der du dann notfalls auch mit dem Polizeiauto hingefahren wurdest, wenn du dort nicht von selbst angetreten bist und dort in der ersten Woche nicht aufgetaucht bist. Jahrelanges Faulenzen und freies Rumkümmeln war da also nicht – Also zumindest nicht allein zu Hause – sondern musste dann schon mindestens im VEB und unter Kontrolle der Stasi und SED-Fritzen stattfinden. Wo in einigen Industriezweigen ja ordentlich gebechert wurde, während der „Arbeitszeit“. Und es da viele Säuferstories zu erzählen gibt. Der Großteil der Belegschaft bestand eben aus Alkis, die das 20 Jahre lang in der DDR so betrieben haben, und denen das nun dann schwer abzugewöhnen war. Und die Hälfte oder Dreiviertel der angestammten Belegschaft entlassen, das wäre da eben auch nicht gegangen, weil sie die so schnell nicht ersetzt bekommen hätte. Also hat die Betriebsleitung da lieber nicht ganz so genau hingeschaut und die ihr angestammtes Ding weiter machen lassen, so lange wie die keine schweren Unfälle bauen und Betriebsschaden anrichten.
Und die haben da schon ihre zwei-drei-vier Bierchen pro Schicht getrunken.

Über politbueroblog

Politik, IT, Kommunikation und Fitness sind meine Themen - und darum geht es auch in meinen Blogs: Software und Hardwaresysteme, Informatik, WIrtschaftsinformatik, die Übetragung von Daten und Informationen sowie auf der anderen Seite um Dauerbrenner und tagespolitische Ereignisse aus Gesellschaft, Wirtschaft und Politik, nicht zu vergessen Kraftsport, Fitness Training, und Wellness.
Dieser Beitrag wurde unter Arbeit, DDR, Deutschland, Sozialismus abgelegt und mit , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort zu Karl Marx, Arbeit, und die DDR

  1. Pingback: Rechte Trolle im Netz | Politbüro Blog

Diskussion: Aktuelle Nachrichten aus den Bereichen Wirtschaft, Politik, und Gesellschaft kommentieren und diskutieren

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s